Stilrichtungen
Sie finden in unserem Angebot Möbel aus vielen verschiedenen Epochen und Stilrichtungen, insbesondere Biedermeier, Gründerzeit, Jugendstil und Art Déco Möbel. In dem folgenden Text stellen wir für Sie eine kleine Übersicht über die stilistischen Unterschiede der wichtigsten Epochen dar.
Barock (1570 - 1770)
Die Betonung von Pracht und reicher Verzierung ist das Kennzeichen des Barock: geschwungene Formen und großen Ornamente dominieren bei Gebäuden und Möbeln. Doch es bleiben in der Grundstruktur strenge Formen erhalten. Möbel im Barockstil wirken von außen ähnlich prunkvoll wie die Bauwerke des Barock. Stellen die nicht sichtbar sind, etwa wie z.B. die Innenseiten von Schranktüren, sind dagegen eher ursprünglich belassen.
Das aus dem Barock stammende “Badminton Cabinet” wird heute als teuerstes Möbelstück der Welt gehandelt. Der Kabinettschrank aus dem 18. Jh. wurde in mehreren Jahren Bauzeit in Florenzer Werkstätten aus Ebenholz und vergoldeter Bronze gefertigt. 2004 ersteigert Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein dieses Möbelstück für über 24 Mio. Euro. Es ist derzeit im Liechtenstein Museum in Wien zu bestaunen.
Rokoko (1730-1790)
Rokoko und Barock sind kunstgeschichtlich verwandt, daher wird der Rokoko auch als “Spätbarock” bezeichnet. Im Rokoko wendet man sich den strengen Grundformen des Barock ab, so dass sich Möbel des Rokoko durch viel geschwungenere und asymmetrische Formen im Gegensatz zu denen des Barock unterscheiden. Das Rokoko-Möbel sich durch verspielte Eleganz auszeichnen zeigt zum Beispiel die berühmte Chaiselongue, die in der Zeit des Rokoko erfunden wurde und die Sessel und Fußbank zu einem einzigen Möbel verschmilzt.
Klassizismus (1770-1830)
Die Gestaltungsprinzipien des klassischen Altertums leben im Klassizismus wieder auf, vor allem die der griechischen Antike. Geometrische Formen und klare Linien werden wieder modern und lassen die Einfachheit und Verspieltheit des Rokoko als verschwenderisch erscheinen. Klar erkennbar ist dieser Stil auch an den Möbeln des Klassizismus, die sich an dieser klaren Formgebung orientieren.
Biedermeier (1815-1848)
Die Epoche Biedermeier ist geprägt durch eine Rückbesinnung auf das private Umfeld, quasi dem zu Hause der Menschen. Man findet zu seiner eigenen Kunst und Kultur zurück. Verbunden mit der Zeit des Klassizismus, zeichnen sich Biedermeier-Möbel durch einen einfachen und ebenso eleganten Stil aus. Biedermeier-Möbel wie Kommoden und Sekretäre wirken heimisch und sind vor allem wegen ihrer Zweckmäßigkeit typisch für die damalige Zeit. Gerade wegen diesen Eigenschaften sind Möbel im Biedermeier-Stil auch heute noch beliebte Möbelstücke.
Historismus (1850-1900)
Wie der Name schon verrät, werden im Historismus vergangene und vor allem prunkvolle Stilrichtungen nachgeahmt. So lassen sich hier Erscheinungen wie Neobarock, Neorokoko, Neohistorismus oder Neugotik klar unterscheiden. Da das Bürgertum seinen neuen Reichtum nach außen tragen wollte, griff man auf die Imitation früherer Prunkstile zurück. Wie die gesamte Wirtschaft veränderte sich auch die Möbelherstellung durch die zunehmende Industrialisierung. Die neuen Maschinen ermöglichen eine schnellere und billigere Produktion dieser Möbel. Im Unterschied zu vergangenen Epochen, verwendete man häufig billige Materialien anstelle teurer Rohstoffe.
Jugendstil (1890-1910)
Der Jugendstil ist wohl die prägende Stilrichtung der Jahrhundertwende und entstand aus der britischen Arts-and-Crafts-Bewegung. Man wollte sich von der maschinellen Produktion abwenden und zur handwerklichen Fertigung der Möbel zurückkehren. Da die Preise durch die wiederkehrende Handarbeit in die Höhe stiegen, konnten sich diesen Luxus nur wenige Menschen leisten. Formen der Jugendstilmöbel sind stilistisch auffallend. Sie orientieren sich an der Natur und weisen florale Muster sowie geschwungene Linien auf.
Bauhaus (1919-1933)
Spricht man vom Bauhaus-Stil verbindet man automatisch den Beginn der Moderne. Der Stil trägt seinen Namen aufgrund der gleichnamige Kunsthochschule, die Walter Gropius 1919 in Deutschland gründete und die 1933 geschlossen wurde. Ziel und leitender Gedanke war es die Kunst und das Handwerk zusammenzuführen. Trotz allem wollte man jedoch den Anforderungen der industriellen Produktion gerecht werden.
Art Déco (1925-1945)
„Art Déco“ kommt aus dem französischen und ist die Abkürzung für arts décoratifs, was so viel heißt wie „verzierende Künste“. Dem Art Déco fehlt jedoch ein eindeutiges und genaues Stilmerkmal. Der Stil bezieht sich auf ganz unterschiedliche Stilrichtungen und beruht sich vor allem auf den Jugendstil. Charakteristisch für diese Epoche werden florale und organische Motive stilisiert. Typisch sind die Grundhalterung, die Stärke der Farben, die formale Eleganz sowie die qualitative Materialien die künstlerisch miteinander verbunden werden. Im Jahre 1945 und dem Ende des 2. Weltkrieges, kam auch das Ende des Art Déco. Zur Nachkriegszeit passte einfach das luxuriöse Erscheinungsbild nicht mehr, jedoch prägte der Stil die Kunst der 1950er Jahre noch mit.


